In Deutschland herrscht ein duales Ausbildungssystem. Ein wichtiger Teil – die praktische Ausbildung im Betrieb. Foto: MEV

Berufsschule

Abschluss geschafft, Ausbildungsberuf gefunden und dann wieder die Schulbank drücken? Ja, in Deutschland herrscht bei der beruflichen Ausbildung das duale System – ein sehr erfolgreiches System. Im mehr Länder wollen dieses Erfolgsmodell übernehmen, denn die duale Ausbildung sichert eine hohe Übernahmequote. Und so ist die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland mit 6,7 Prozent (Stand Juni 2017) am niedrigsten in der EU.

 

Alle Rechte und Pflichten auf einen Blick:

 

  • Du darfst die Berufsschule besuchen. Der Betrieb muss dich für Unterricht, Prüfungen und Ausbildungsmaßnahmen von der Arbeit frei stellen. Dies gilt auch, wenn du aufgrund deines Alters oder der Regelung in deinem Bundesland nicht berufsschulpflichtig wärst, aber dennoch teilnehmen willst.
  • Eine gute und vollständige Ausbildung. Die Berufsschule muss zu diesem Zweck Klassen mit sinnvollen Schülerzahlen einrichten. Sie muss aktuelle Fachbücher ausgeben und die vorgesehenen Fächer unterrichten.
  • Dein Betrieb muss für dich die Kosten der Ausbildungsmittel, insbesondere Werkzeuge und Werkstoffe, übernehmen bzw. dir diese zur Verfügung zu stellen, so dass du deine Zwischen- bzw. Abschluss- oder Gesellenprüfung ablegen kannst. Nicht zu den erforderlichen Ausbildungsmitteln zählen jedoch die Materialien, Lehrbücher und Unterlagen, die du für den begleitenden Berufsschulunterricht benötigst. Die Kosten für den Ausbildungsnachweis trägt der Ausbildungsbetrieb. Für das Bereitstellen der Fachbücher für den Unterricht sind die jeweiligen Berufsschulen zuständig. Sprich mit deinem Ausbildungsbetrieb, ob er sich an den Kosten für zusätzliches Lernmaterial beteiligt bzw. ob er Fachliteratur zur Verfügung stellt.
  • Dir steht außerdem Urlaub während der Ferienzeit zu. Solange du unter 25 Jahre alt bist, hast du ein Recht auf zehn Tage Bildungsurlaub im Jahr.

 

Deine Pflichten

  • Vor allem hast du die Pflicht, den Unterricht zu besuchen. Und nicht nur das: Du musst ihn auch ernst nehmen.
  • Du musst an den Prüfungen teilnehmen und den Ausbildungsnachweis über deine Berufsschultage sorgfältig führen.
  • Den Unterricht darfst du nicht stören. Die Schule und dein Ausbildungsbetrieb können dich abmahnen, wenn du dich nicht ordnungsgemäß verhältst.
  • Solltest du einmal nicht zur Schule erscheinen können, musst du dein Fernbleiben melden. Bei Krankheit musst du sogar ein Attest einreichen.

 

Der Unterricht in der Berufsschule darf neun Unterrichtsstunden nicht überschreiten. Dein Betrieb kann dich nach dem Unterricht noch zur Arbeit einbestellen – wenn dadurch deine tägliche Arbeitszeit nicht überschritten wird. Für Minderjährige gilt dies nicht. Nach fünf Unterrichtsstunden müssen sie nicht mehr in den Betrieb. Achtung: Die einzelnen Bundesländer bestimmen selbstständig die jeweiligen Regelungen.

 

Für Unterricht, Prüfungen und Ausbildungsmaßnahmen muss dich dein Betrieb von der Arbeit frei stellen. Foto: MEV

 

Text: Anke Sturm/Quelle: planet-beruf.de