Rechte und Pflichten in der Ausbildung

Rechte und Pflichten in der Ausbildung

Für jedes Problem eine Lösung
… deine Rechte als Azubi

 

Überstunden, schlechte Noten, Ärger mit dem Vorgesetzten, Mobbing – Früher oder später tauchen vielleicht (toi, toi, toi) auch bei dir Probleme in der Ausbildung auf. Manche sind leicht lösbar, andere scheinen unumgänglich zu sein und können dazu beitragen, dass du die Freude an deinem Beruf verlierst und dein Betrieb für dich zu einem Ort des Grauens geworden ist. Wichtig ist: du musst dir nicht alles gefallen lassen. Als Azubi hast du Pflichten, aber auch Rechte, die nicht verletzt werden dürfen. Alle Rahmenbedingungen deiner Ausbildung sind gesetzlich oder in deinem Arbeitsvertrag geregelt.

 

 

Überstunden: nur freiwillig und bezahlt

 

Generell darf bei Azubis nicht festgelegt werden, dass sie unbezahlte Überstunden leisten. Sie müssen nur freiwillige Überstunden machen. Ausnahmen sind lediglich absolute Notfälle, wie etwa eine Überschwemmung im Betrieb. Personalmangel hingehen ist kein Notfall. Wenn Überstunden geleistet werden, dürfen die maximalen Arbeitszeiten auf keinen Fall überschritten werden. Das gleiche gilt für Minusstunden: Schickt euch euer Arbeitgeber nach Hause, weil wenig los ist, gilt das als bezahlte Freistellung. Die Stunden dürfen euch nicht angerechnet werden.

 

 

Ärger am Arbeitsplatz

 

Probleme mit Vorgesetzten, Arbeitsbedingungen oder Gesetzen sind nicht gerade wünschenswert, können aber schon während der Ausbildung auftreten. Die erste Adresse, wenn du Probleme oder Fragen hast, ist natürlich dein zentraler Ansprechpartner, also dein Ausbilder oder Chef. Wenn das nicht so passt, dann wirst du bei deinen Berufsschullehrern immer ein offenes Ohr finden. Außerdem gibt es die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV), den Betriebsrat und die Kammern. Wichtig ist es vor allem Probleme anzusprechen, damit sich deine Situation verbessern kann. Eine offene und ehrliche Kommunikation zwischen Chef und Mitarbeitern vermeidet oft noch größere Probleme. Bleibe dabei immer höflich und freundlich, damit nichts gegen dich verwendet oder dir vorgeworfen wird.

 

 

Nicht wegschauen: Mobbing und sexuelle Belästigung

 

Leider kommt es häufiger vor, als man denkt. Wiederholen sich bestimmte Vorgänge, wie Konflikte oder Streitereien, über einen gewissen Zeitraum hinweg, spricht man von Mobbing. Die Folgen für die betroffenen Personen können von innerer Un­ru­he über Schlaf­stö­run­gen bis hin zu Angstsymptomen und de­pres­si­ven Ver­stim­mun­gen füh­ren. Damit ist nicht zu spaßen, deswegen suchst du dir am besten Hilfe von außen. Werde aktiv und sprich mit vertrauenswürdigen Menschen darüber. Das ist wichtig, damit du mit deinen Problemen nicht allein bist – denn das bist du nicht. Wie man selbst damit umgeht, hängt von der je­wei­li­gen Per­sön­lich­keit und der kon­kre­ten Si­tua­ti­on ab und auch das sollte respektiert werden.

Das gleiche gilt für sexuelle Belästigung – nimm die Situation nicht einfach aus Ekel, Peinlichkeit oder Schamgefühl hin! Wenn du solche Erfahrung, wie etwa sexuelle Anmerkungen oder schlimmer, gemacht hast, dann steh zu dir, reagiere offensiv und hole dir Hilfe. Eine solche Missetat sollte auf keinen Fall der Grund für Motivationsverlust oder sogar für den Abbruch deiner Ausbildung sein.

 

Text: Maricci King
Bild: panthermedia