Unterstützung für Eltern

Aus dem Nest

Auch für Eltern ist es ein großer Schritt, wenn ihre Sprösslinge mit der Ausbildung einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Sie sind den ganzen Tag aus dem Haus, müssen mehr Verantwortung übernehmen und werden unabhängiger von zuhause. Viele Eltern wissen an diesem Punkt nicht, wie viel Unterstützung ihre Kinder während der Ausbildung brauchen.

 

Interessieren statt kontrollieren

Wem es wichtig ist, auch während der Ausbildung eine enge Bindung zu seinem Kind zu wahren, sollte keine Kontrollfragen stellen. Hast du dein Berichtsheft schon geschrieben? Hast du alles sorgfältig erledigt oder warst du pünktlich?

 

Fragen wie diese hört man nicht gerne, wenn man gerade beginnt, selbstständig zu werden. Erkundigen Sie sich stattdessen direkt danach, wie der Tag gelaufen ist. “Auf welcher Baustelle seid ihr gerade? Macht es dir dort Spaß?  Waren die Gäste heute gut gelaunt und wie geht ihr eigentlich mit unfreundlichen Kunden um?” Hier merken Kinder schnell, dass ihre Eltern ein gesundes Interesse für Ihren Ausbildungsalltag haben, sie aber nicht kontrollieren möchten. Das richtige Maß an Unterstützung ist dann rasch gefunden.

 

Auf gar keinen Fall sollten Eltern bei Problemen über den Kopf des Kindes hinweg beim Arbeitgeber anrufen und versuchen, die Konflikte für sein Kind aus der Welt zu schaffen. Damit überschreitet man eine Grenze. Schließlich sollen die Jugendlichen gerade in diesem Abschnitt ihres Lebens lernen, Verantwortung zu übernehmen.

 

Motivieren und unterstützen

Natürlich heißt das keineswegs, dass Eltern ihre Kinder in schwierigen Situationen alleine lassen sollen. In jeder Ausbildung gibt es auch mal Phasen, in denen man lustlos ist. Hier können Eltern ihre Kinder ermutigen, dranzubleiben und sich auf neue, spannende Projekte und Aufgaben zu freuen. Weitere Tipps zur richtigen Motivation kann man hier nachlesen. Sollten Azubis mit Problemen im Ausbildungsbetrieb konfrontiert werden, die sich nicht aus der Welt schaffen lassen, dürfen Eltern ihre Kinder auch ermutigen zu einer neuen Stelle zu wechseln. Wenn man im Job unzufrieden ist, frustriert einen das auf Dauer – egal ob bei Jugendlichen oder Erwachsenen.

 

Text: Julia Dopfer

Foto: panthermedia, Igors Vetushko