Achte darauf, die passende Kleidung zum Vorstellungsgespräch zu tragen. Foto: baranq, Panthermedia.net

Der Ablauf des Vorstellungsgesprächs

Jedes Vorstellungsgespräch läuft individuell und sehr unterschiedlich ab – trotzdem gibt es Parallelen und bestimmte Phasen, die sich in jedem Gespräch finden lassen. In der Regel dauert ein Vorstellungsgespräch zwischen 30 und 60 Minuten. Je höher die Anstellung, desto länger dauert es. Und das obwohl die meisten Personaler sagen, dass sie bereits in den ersten 90 Sekunden wissen, ob sie jemanden einstellen oder nicht.

 

Das Muster-Vorstellungsgespräch

 

Die meisten Vorstellungsgespräche verlaufen nach einem ähnlichen Muster:

  • Begrüßung und Small Talk
  • Kennenlernen/Selbstpräsentation
  • Kennenlernen/Unternehmensvorstellung
  • Bewerbungs- und Leistungsmotivation
  • Organisatorisches
  • Eigene Fragen
  • Verabschiedung

 

Los geht’s: Begrüßung und Plaudern

 

Logischerweise beginnt auch ein Vorstellungsgespräch mit einer Begrüßung – Du stellst Dich am Empfang vor und wirst dann entweder gleich in den Raum, in dem das Gespräch stattfindet, gebracht oder wartest bis Du von Deinem Gesprächspartner abgeholt wirst.

Sobald Du auf Dein Gegenüber triffst, solltest Du Deinen Namen nennen und die Hand schütteln. Sei dynamisch und erwidere die Begrüßung mit einem festen und trockenen Händedruck. Jetzt geht es meistens kurz in den Small Talk und Du wirst zum Beispiel nach Deiner Anreise gefragt. Sei bei Deiner Antwort freundlich und plaudere ein bisschen, übertreibe es aber nicht mit vermeintlich interessanten Anekdoten Deines Lebens.

Ganz wichtig: Wie oben erwähnt, sind die ersten Momente des persönlichen Kennenlernens nicht zu unterschätzen. Deshalb heißt es hier lächeln, freundlich und höflich sein, Augenkontakt suchen und die passende Kleidung tragen. Setzte Dich erst, wenn es Dir angeboten wird. Wird Dir etwas zu trinken angeboten, nimm es an – das ist höflich und später bist Du wahrscheinlich froh darum.

Selbstpräsentation

 

Nach Begrüßung und Small Talk heißt es Manege frei für Dich. In der Kennenlernphase stellen sich alle Gesprächspartner kurz vor. Dann bist Du an der Reihe. Hierfür solltest Du gut vorbereitet sein und in rund drei Minuten zeigen, wie gut Du Dich präsentieren und verkaufen kannst. Zum Teil setzten Unternehmen Schwerpunkte, auf die Du dabei eingehen sollst. Unbedingt vorkommen sollten in Deiner Selbstpräsentation die wichtigsten Stationen deines Lebens. Dazu gehören unbedingt folgende Punkte:

  • Name
  • Wohnort
  • Alter
  • Schule/Hochschule
  • Studienfach und -schwerpunkte
  • Auslandserfahrungen
  • Praxiserfahrungen
  • Jobs und Praktika und was man dabei gelernt hat
  • Grund für die Bewerbung bei dem jeweiligen Unternehmen

 

Besonders toll ist ein kreativer Einstieg – er bleibt den Personalern im Gedächtnis und verschafft Dir so einen Vorteil im restlichen Bewerbungsprozess.

Unternehmensvorstellung

 

Nach Dir stellt dein Gegenüber kurz das Unternehmen, seine Produkte und Dienstleistungen vor. Zeige Dein Interesse und lehne Dich nicht entspannt zurück, signalisiere Deinem Gesprächspartner durch Augenkontakt und Nicken, dass Du aufmerksam zuhörst. Behutsam kannst Du hierbei Infos einfließen lassen, die Du schon zum Unternehmen weißt – hier ist jedoch Vorsicht geboten: falle nicht ins Wort und sei kein übertriebener Streber.

Ein fester und trockener Händedruck ist ein Muss beim Vorstellungsgespräch – schließlich bist Du kein „toter Fisch“.
Foto: stokkete, Panthermedia.net

Bewerbungs- und Leistungsmotivation

 

Jetzt geht’s ans Eingemachte. Dein Gegenüber möchte jetzt von Dir hören, wieso Du perfekt für die ausgeschriebene Stelle bist. Typische Fragen sind zum Beispiel:

  • Warum haben Sie sich auf die Stelle beworben?
  • Wieso möchten Sie in unserem Unternehmen arbeiten?
  • Warum möchten Sie den Arbeitsplatz wechseln?

 

Denke bei Deinen Antworten daran, dass Geschichten immer gut ankommen, solange sie glaubwürdig bleiben. Bring in Deine Antworten also Stationen Deines Lebenslaufes ein und greife auf die Bewerbungsunterlagen zurück. Achte darauf, dass Du Deine Antworten begründest, klar strukturierst und sie einen Bezug zur Stelle haben. Vermeide Floskeln und „0815“-Antworten und zeige Deinem Gesprächspartner Deine Persönlichkeit.

Organisatorisches

 

Dieser Punkt birgt noch einmal Gefahren, denn es geht um Gehalt, Urlaubstage und Pokern. Bei Praktika und Trainee-Stellen ist meistens alles festgelegt, geht es um Tarifgruppen solltest Du Dich bereits im Vorfeld darüber informiert haben. Hier kann man auch auf die Option einer Beförderung zurückgreifen – insbesondere dann, wenn das Gehaltsangebot ein bisschen unter Deinen Wünschen bleibt.

Eigene Fragen

 

Auch wenn es sich nicht unbedingt danach anhört, solltest Du unbedingt eigene Fragen stellen – dies signalisiert Interesse und Selbstbewusstsein. Frage nichts, was Du nicht ganz einfach selber herausfinden kannst oder was bereits erwähnt wurde, sondern stelle sinnvolle Fragen. Gehaltserhöhungen, Sonderleistungen, Arbeits- und Urlaubszeiten sollten zweitrangig bleiben, in den Vordergrund solltest Du Deine Motivation stellen.

Verabschiedung

 

Hier solltest Du nicht einfach nur „Tschüss“ sagen. Zum Schluss eines jeden Vorstellungsgesprächs geht es darum, Fristen zu erfragen, zu erfahren wie es im Auswahlprozess weitergeht und wann man mit einer Rückmeldung rechnen kann. Bedanke Dich beim Personaler für das Gespräch und die Zeit, die man sich für Dich genommen hat. Erwähne, wie gerne Du in dem Unternehmen arbeiten würdest und schüttel noch einmal die Hände, bleibe dabei freundlich und ruhig. Jetzt hast Du es geschafft und kriegst hoffentlich bald eine positive Rückmeldung.

 

Autorin: Veronika Höldrich